Mundgemachte Kunst

Heutzutage wird das etwas anspruchsvollere Ohr und Auge nur noch selten stimuliert. Die Massenmedien beballern das Publikum mit audiovisuellen Exkrementen. Hauptsache schnell produziert, hauptsache derb, hauptsache klingeltonkompatibel. Mit dieser Meinung gehöhre ich laut Statistik zwar, wie so oft, einer Minderheit an, aber glücklicherweise habe ich Mitstreiter. Umso mehr erfreut man sich dann wieder an echter Kunst. Man bekommt sie zwar nicht mehr frei Haus serviert, aber Web-Zwo-Null sei Dank hat man die Möglichkeit, sich von genialen, begabten Menschen begeistern zu lassen.

Die Kunst des Beatboxing assoziiert man hierzulande, zu Unrecht, zuerst mit HipHop. Daher fehlte mir dazu bisher irgendwie der Zugang - die Kunst, mit dem Mund interessante Geräusche zu produzieren in allen Ehren. Aber es geht auch anders. Kid Beyond ist dafür ein grandioses Beispiel. Der Beatboxer arbeitet mit in Echtzeit aufgenommenen Loops (live looping), die er anschließend sofort, mit dem richtigen Timing, wieder ablaufen lässt. So ist es ihm zum Beispiel möglich, zu seiner eigenen (genialen!) Stimme eine Zweit- oder Drittstimme zu singen, quasi x Tonspuren zu produzieren und parallel abspielen zu lassen. Das ganze ohne mofo phat ghetto hip hop Idioten-Gebrülle. Das Video könnte ich mir den ganzen Tag anschauen. Nie klang Portisheads "Wandering Stars" so - man verzeihe mir die Wortwahl - GEIL! ^_^


Kategorien: Kunst
Datum: 2008-10-19 13:03:08

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