Sidux Ουρέα am Start

Am Montag, also genau vor drei Tagen, wurde die neue, vierteljährlich erscheinende Version der Linux-Distribution meiner Wahl namens Sidux, Codename "Ουρέα" (ourea) veröffentlicht, der mein kleiner Fan-Beitrag gewidmet ist. Seit etwa 1 1/2 Jahren nutze ich die 64-bit Variante der auf Debian "Sid/Lenny" basierenden Distribution und mir scheint, ich hätte unter tausenden unterschiedlichen Projekten am Ende das perfekte Linux für mich entdeckt.

Was macht es für mich perfekt?

Schwierige Frage. Sidux erfüllt schlicht sämtliche Anforderungen, die ich an ein Betriebssystem bzw. Software stelle:
  • Stabilität (trotz unstable/testing Software)
  • Schnörkelfreiheit (kein Klickibunti, wo es nicht hingehört)
  • Aktualität (eben der unstable/testing Zweig der Debian Repositories)
  • Kein Anspruch der Entwickler, Windows-Nutzer zufriedenzustellen und
  • eine kleine, aber feine, reaktionsschnelle Community im Hintergrund
Der Begriff "Stabilität" ist im Zusammenhang mit unstable-Software natürlich widersprüchlich und bedarf einer Neudefinition. Aber ich betreibe ja auch kein hochverfügbares Serversystem. Wirft man hin und wieder einen Blick auf die Sidux Webseite und beachtet die Upgrade Warnings, so lassen sich kleinere, unvorhergesehene Pannen beim dist-upgrade leicht vermeiden und das System steht in Sachen Stabilität sowie Integrität keiner apt-paketverwaltungsbasierten Linux-Distribution nach. Allgemein schaffen die Sidux-Entwickler, durch zusätzliche Hard- und Software-Unterstützung sowie aufmerksame Qualitätskontrolle bezüglich den Debian-Softwarepaketen, mit Sidux den Brückenschlag zwischen Entwicklerspielwiese und produktiv einsetzbarem Endbenutzer-Desktop. Als Desktop-Umgebung kommt standardmäßig KDE 3.5.9/3.5.10 zum Einsatz. Für Desktop-Puristen gibt es auch eine XFCE-Variante, die ich jedoch noch nicht angeschaut habe. Aber wie bei jeder gut gepflegten Linux-Distribution ist die voreingestellte Desktop-Umgebung unerheblich und lässt sich mit wenigen Schritten nach Belieben durch den eigenen Favoriten austauschen. Ουρέα bringt den Kernel 2.6.26.5 mit und bietet somit Unterstützung für die meisten Netbooks, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Aber per hauseigenem Wartungsskript smxi ist die (De-)Installation neuer Kernel ohnehin kein Hexenwerk. Weitere Neuerungen können den Release-Notes entnommen werden. Abschließend kann ich jedem Linux-Nutzer, der noch auf der Suche nach der auf ihn zugeschnittenen Distribution ist, ans Herz legen, Sidux einmal auszuprobieren. Das Live-System ermöglicht das Hineinschnuppern, ohne irgendeinen Installationsaufwand. Neulinge und abtrünnige Windows-Benutzer sollten sich vielleicht zuerst einmal mit Ubuntu und Konsorten anfreunden und dort auch ein wenig hinter die Kulissen schauen. Man sollte schon einigermaßen wissen, wie Linux "tickt". Danach wird die Freude an Sidux umso grösser sein.

Kategorien: Software
Datum: 2008-09-25 13:03:08

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